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Die Muschel schließt...

Die Muschel schließt die offnen Silberschalen,
Wenn Kinder grausam sie zerstören wollen,
In sich zurück die zarten Häute rollen,
Tief in sich krümmt das Tier sich vor den Qualen.

Ich fühl es, wie mein Herz, aufs neu verwundet
Von deiner Hand, sich will der Welt verschließen.
In seine Kammern muß das Blut sich gießen,
Das kaum von bittrer Liebe war gesundet.

Doch, wie die Muscheln, die Verletzung litten,
Im Schoße formen den verlornen Saft:
Aus Leiden ward der Perlen Glanz erstritten,

So wuchs dies Lied aus einer bittren Stunde.
Aus einer Träne ward dies Lied erschafft.
Und ich vergaß der kaum empfangnen Wunde.

Georg Heym

 

Muschelschnecken
 
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Muschelschnecken
Öl und Acryl auf Leinwand, 160 cm x 140 cm, 2009
Schenkung an die Deutsch-Norwegische Handelskammer Oslo, Norwegen 2012
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